Übergabe des 1. MINI-Löschfahrzeugs in NRW an die Kinderfeuerwehr

Rund 60 Kinderfeuerwehren gibt es bereits in Nordrhein-Westfalen. Anders als bei den Jugendfeuerwehren wird hier schon Kindern ab 6 Jahren die Arbeit der Feuerwehr spielerisch nahe gebracht.

Um die Attraktivität der Gruppendienste bei der Kinderfeuerwehr noch zu steigern reifte bei den Betreuern der Gedanke, den Kindern ein eigenes Mini-Löschfahrzeug zu bauen. Erste Recherchen nach einem derartigen Gerät führten die Mendener direkt nach Niedersachsen, ins Städtchen Dettum. Dort hatte die hiesige Feuerwehr bereits ein solches Fahrzeug für deren Kinderfeuerwehr im Einsatz. Nach einem Besuch vor Ort war der Beschluss gefasst: auch die sauerländische Kinderfeuerwehr soll ein solches Fahrzeug zum spielerischen Erlernen der Feuerwehr-Technik erhalten.

Erste Kalkulationen zeigten die Notwendigkeit einer nachhaltigen Finanzierung für das Fahrzeug-Projekt. An dieser Stelle unterstützten die Stadtwerke Menden mit der menden-crowd. Mit dieser wird heimischen Vereinen die Möglichkeit gegeben, ihre Ideen und Projekte vorzustellen und mit der Unterstützung von Vielen zu finanzieren und erfolgreich umzusetzen. Innerhalb von nur 60 Tagen sorgten 82 Unterstützer dafür, dass ein Großteil des benötigten Budgets zur Verfügung stand. Zu den Spendern zählten viele Bürger, Unternehmen und die Mendener Bürgerstiftung sowie die Stiftung der Sparkasse Märkisches Sauerland Hemer-Menden.

Der in der Feuerwehr-Welt bekannte Aufbauhersteller Stricker Fahrzeugbau aus Ostbevern konnte für dieses außergewöhnliche Bauprojekt gewonnen und begeistert werden. Nachdem das Fahrgestell auf Basis eines Handpritschenwagens geliefert war, begann in Ostwestfalen die Planungs- und Umsetzungsphase – immer eng abgestimmt mit den Wünschen und Bedürfnissen des Kinderfeuerwehr „Technik-Teams“.

Nach einer Realisierungszeit von 18 Monaten konnte im April 2019 die Überführung des Fahrzeugs nach Menden erfolgen. Nicht irgendwie, sondern in einem extra angefertigten Transportanhänger für den Mini-Löscher. Mit diesem ist die Nachwuchs-Mannschaft in der Lage, die Tage der offenen Tür bei den Feuerwehreinheiten zu besuchen und Teil des Feuerwehrlebens zu sein. Die komplette Finanzierung für diesen Anhänger übernahm die Firma OBO Bettermann aus Menden, die auch schon beim Crowd-Projekt maßgeblich unterstützt hatten. Christoph Bettermann, einer der Söhne Ulrich-Leo Bettermanns, ist offizieller Schirmherr der Kinderfeuerwehr Menden.

Zahlen, Daten & Fakten

Wassertank: 150 l Löschwasser

Pumpe: Viertakt-Motorpumpe, entnehmbar, für Wasserförderung aus dem Fahrzeugtank und aus offenen Gewässern

Signalanlage: Ton-Folge-Anlage ähnlich des Martin-Horns, LED-Blaulichtbalken, Frontblitzer, Heckwarneinrichtung, LED-Umfeld- und Innenraumbeleuchtung

Beladung: Druck- und Saugschläuche Storz D, Druckschlauch Storz C, Zweiwegeverteiler C-2D, D-Mehrzweckstrahlrohr, D-Hohlstrahrohre, Schlauchbrücken, Absperrmaterialien, Schaufel, Besen, Eimer, Tragbare Leiter, Modell-Motorsäge, Modell-Preßluftatmer, heckseitig angebrachte Schlauchhaspel mit 20 m D-Schlauch

Keyfacts Kinderfeuerwehr

Seit 2016 ist die Kinderfeuerwehr als Abteilung der Feuerwehren in NRW gesetzlich im BHKG (Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz) NRW verankert. Kinder- und Jugendfeuerwehren haben insbesondere die Aufgabe, Kinder und Jugendliche an eine ehrenamtliche Tätigkeit in der örtlichen Gemeinschaft heranzuführen, den Erwerb sozialer Kompetenzen zu fördern sowie den Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehren zu gewinnen und heranzubilden. Die Gemeinden sollen ihnen im Rahmen ihrer Möglichkeiten besondere Aufmerksamkeit widmen und sie fördern.

Die Kinderfeuerwehr Menden wurde im Dezember 2016 gegründet und besteht aktuell aus einem Team von siebzehn Betreuern und dreißig Kindern.

Die Gruppe trifft sich alle 14 Tage samstags am Feuerwehr-Gerätehaus in Bösperde. Mitmachen können Kinder ab einem Alter von sechs Jahren die in Menden wohnen. Bei Interesse können Eltern mit ihren Kindern zu einem der Dienste vorbeikommen und sich einen Dienst anschauen. Bei Gefallen können die Eltern ihre Kinder bei der Kinderfeuerwehr anmelden. Diese werden in eine Interessenliste aufgenommen und benachrichtigt, sobald ein Platz im Team frei ist.

Alle Jahre wieder…

Die Kinderbrandschutzerziehung nimmt in Menden seit einigen Jahren einen hohen Stellenwert ein, zeigt sich doch, dass durch die frühzeitige Ausbildung der Kinder der Umgang mit Feuer und Notfällen sicherer von den Kindern bewältigt wird.
Die Löschgruppe Schwitten hat dies erneut zum Anlass genommen, in der St. Michael Grundschule und im Kindergarten eine Brandschutzerziehung durchzuführen.
Dabei wurde den Kindern der richtige Umgang mit Feuer vermittelt. Selber eine Kerze anzünden, wie mache ich das eigentlich, wie setze ich einen Notruf richtig ab, wie verhalte ich mich richtig, wenn es doch einmal brennt?
Diese und andere Themen wurden den Kindern spielerisch vermittelt.
Die Ausrüstung der Feuerwehr war ebenfalls ein Thema, welches die Kinder brennend interessiert.
So wurde die Schutzkleidung vorgeführt, das Atemschutzgerät gezeigt und das Fahrzeug ausgiebig erkundet.
Eine Führung in der Feuer- und Rettungswache Menden sowie eine Evakuierungsübung rundeten die beiden Tage ab.
Für alle, die sich ebenfalls für die Feuerwehr interessieren, wollen wir hier nochmal auf den Tanz in den Mai am 30. April sowie den Tag der offenen Tür am 01. Mai bei der Löschgruppe Schwitten erwähnen.
Für Groß und Klein gibt es wieder ein buntes Programm und für das leibliche Wohl ist selbstverständlich auch gesorgt.
Die Löschgruppe Schwitten freut sich auf zahlreiche Besucher.

Wachabteilung übt technische Rettung

Das Üben hat bei der Feuerwehr seit jeher einen hohen Stellenwert. Die Kameraden proben ständig die unterschiedlichsten Einsatzszenarien um im Ernstfall möglichst schnell und professionell helfen zu können. Die diensthabende Wachabteilung hat heute dazu ein besonderes Szenario aufgebaut.

Ein PKW war von der Fahrbahn abgekommen, hat sich überschlagen und war dann auf dem Dach in einem Hang liegen geblieben. Der PKW wurde mittels Mehrzweckzug gegen Wegrutschen gesichert und dann für die umfangreiche technische Rettung stabilisiert. Konkret bedeutet dies, dass der PKW mit speziellen Hilfsmitteln so abgestützt wird, dass er sich von alleine nicht mehr bewegen kann. Auch das „Schaukeln“ des PKW bei der anschließenden Öffnung mittels hydraulischem Rettungsgerät (besser bekannt als „Schere – Spreizer“ wird somit auf ein Minimum reduziert. Diese Maßnahmen dienen dazu, den Insassen des Fahrzeuges keine zusätzlichen Bewegungen zumuten zu müssen.

Nach der Öffnung des Fahrzeuges wurde dann der Insasse des PKW befreit und dem Rettungsdienst übergeben.

„Puschi“ geht in Pension

Heute ist nach 30 Jahren bei der Feuerwehr Menden die letzte Schicht von Frank Weinbrandt auf der Wachabteilung 2. Nach alter Tradition wurde er heute Morgen von seiner Wachabteilung 2 und den diensthabenden Kollegen der Wachabteilung 1 mit dem gesamten Löschzug von zu Hause zum Dienst abgeholt. An der Wache erfolgte dann ein großer Wachwechsel mit beiden Wachabteilungen bei dem noch einige Geschenke überreicht wurden, danach besetzte Frank dann seine in den vergangenen Jahren etablierte Position als Fahrer Sonderfahrzeuge.

Frank begann seine Feuerwehrkarriere bereits in der Jugendfeuerwehr, der er 1975 beitrat. In jungen Jahren folgte dann eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker, die er nutzte, um bei der Feuerwehr seine Ausbildung zu machen. Zunächst für acht Jahre bei der Feuerwehr Dinslaken wechselte Frank dann zum 01.01.1989 zur Feuerwehr Menden, wo er seitdem auf der Wacheabteilung 2 seinen Dienst versieht. Zusätzlich zum Einsatzdienst war er als Kraftfahrzeugmechaniker mitverantwortlich für den Fuhrpark. Als Atemschutzgerätewart sorgte er ebenfalls mit dafür, dass die Kameradinnen und Kameraden bei der Brandbekämpfung immer gut geschützt waren.

Mit 60 Jahren wird er dann ab 01.06.2019 der Ehrenabteilung der Feuerwehr Menden angehören und dort seinen Unruhestand verbringen.

Wir möchten uns im Namen der gesamten Feuerwehr Menden für die immer gute und kameradschaftliche Zusammenarbeit mit Frank bedanken. Für die Zukunft wünschen wir ihm alles Gute.

Erneut umfährt Autofahrer eine Absperrung

Immer wieder machen derzeit Einsätze von Feuerwehren, Rettungsdiensten oder der Polizei Schlagzeilen, bei denen die Einsatzkräfte durch Gaffer oder uneinsichtige Verkehrsteilnehmer gefährdet oder behindert werden.

So auch am Dienstag in Menden, als ein PKW-Fahrer aus Kamen die Straßensperrung von Polizei und Feuerwehr bewusst umfuhr. Während der Rettungsdienst an der Bismarckstraße einen Patienten versorgte, stellte sich schnell heraus, dass aufgrund der Erkrankung des Patienten ein Krankenhaus mit entsprechenden Spezialisten aufgesucht werden muss.

Daher wurde der Rettungshubschrauber Christoph 25 aus Siegen angefordert. Feuerwehr und Polizei sicherten den Landeplatz auf der Kreuzung Bismarckstraße / Unnaer Landstraße und sperrten beide Straßen für die Landung des Hubschraubers ab. Die dadurch entstehende Wartezeit wollte ein Autofahrer nicht hinnehmen und umfuhr mit seinem Fahrzeug die Pylonen sowie die Signallichter, um über den Bürgersteig an der Einsatzstelle vorbeizufahren.

Glücklicherweise waren zu diesem Zeitpunkt keine Fußgänger unterwegs. Die anwesende Polizei stoppte den Fahrzeugführer und verhängte eine Ordnungswidrigkeitenanzeige mit 70,- € Bußgeld und einem Punkt in Flensburg.

„Wir möchten nochmal eindringlich darauf hinweisen, dass Feuerwehr und Polizei Sperrungen ausschließlich aus Sicherungsgründen durchführen“, betont Sebastian Arlt, als Erster Beigeordneter der Stadt Menden auch für die Feuerwehr zuständig. „Die Maßnahmen unserer Einsatzkräfte haben immer einen ernsten Hintergrund und dienen zum eigenen Schutz genauso wie zum Schutz anderer Personen.“

Daher werde die Stadtverwaltung auch künftig konsequent gegen alle Störungen der Rettungskräfte vorgehen und diese zur Anzeige bringen.